Aktivstallhaltung vorgestellt

Das innovative Stallkonzept „Aktivstall für Schweine“, das von Landwirtin Gabriele Mörixmann ins Leben gerufen wurde, ist zwischen der konventionellen Schweinemast und einem Bio-Betrieb einzuordnen und steht ganz im Zeichen einer aktiven Schweinehaltung. Mehr Bewegung, mehr Beschäftigung, mehr Geselligkeit – und das alles unter dem Schlagwort der Tierwohlhaltung bzw. für ein „mehr an Tierwohl“. Typisch für einen Aktivstall ist, dass die Mastschweine doppelt so viel Platz haben als in der konventionellen Schweinehaltung üblich und als die gesetzlichen Vorgaben es vorschreiben. Außerdem können sich die Tiere zwischen verschiedenen Stallbereichen aktiv hin- und herbewegen. Aufgrund der zahlreichen Beschäftigungsmöglichkeiten kommt Langeweile praktisch gar nicht auf. Die Tiere fühlen sich sichtlich wohl, was sich natürlich auch auf Tiergesundheit und Fleischqualität auswirkt.

Das Schwein hat die Wahl

Die Tiere sind deutlich mehr in Bewegung, haben viel Abwechslung, können sich aus dem Weg gehen oder eng beieinanderliegen – so wie sie es möchten. Der Aktivstall setzt dabei sowohl auf klassische Spaltenböden als auch auf Stroheinstreu, welches natürlich täglich nachgestreut und mindestens einmal die Woche vollständig ausgemistet werden muss. Was oft vergessen wird: Schweine können nicht schwitzen und sind Liegekühler. Im Sommer ist ein kühler Spaltenboden daher genau das Richtige für sie. Und wenn sie es doch einmal wärmer und gemütlicher haben wollen oder nach Lust und Laune wühlen und toben möchten, ziehen sie sich eben in die Wühlhalle mit Stroheinstreu zurück – im Aktivstall hat das Schwein die Wahl.

Immer in Bewegung, immer was zu tun

Auch Frischluftterrassen oder Außenklimabereiche auf Stroh, die bei gutem Wetter geöffnet sind, sind bei der Aktivstallhaltung üblich und werden von den Tieren sehr gerne angenommen. Drinnen stehen den Tieren helle, durch Fenster lichtdurchflutete Fressbereiche mit Futterautomaten sowie offene Tränken, Heuraufen und Lecksteine zur Verfügung. Es gilt: Wer fressen und trinken will, muss sich bewegen und die Räume wechseln. Auch die Stallbereiche, die mit Bällebad und Spielzeugen wie Ketten, Scheuerbalken, Weichhölzern und Sisalseilen ausgestattet sind, regen den Bewegungsdrang der Tiere an und sorgen für Abwechslung im Schweinealltag. Duschen und Vernebler bringen Abkühlung und Wasserspielspaß. In den Ruhebereichen geht es dagegen etwas dunkler zu, schließlich sollen sich die Tiere dort zurückziehen und ausruhen können.

#wirkennendenlandwirt

Landwirtin Gabriele Mörixmann aus Melle bei Osnabrück gilt mit ihrem Aktivstall als Vorreiterin und Ideengeberin dieses in Deutschland noch viel zu selten umgesetzten Konzepts der Schweinehaltung. Sie und ihre Familie haben ihren Schweinestall bereits 2013 in einen tiergerechten und bewegungsfreundlichen Aktivstall für Schweine umgebaut und beliefern Kalieber seit Mai 2016 mit ihren Schweinen. Inzwischen ist der Aktivstall Hackmann als zweiter Landwirt hinzugekommen. Seine Schweinemast mit Aktivstallhaltung befindet sich in Lastrup-Hemmelte, unweit vom Kalieber-Standort in der Nähe von Cloppenburg im Oldenburger Münsterland. Geschlachtet werden sowohl seine Tiere als auch die Aktivstallschweine vom Hof Mörixmann beim Schlachthof Brand in Lohne.

(Ka)Lieber Aktivstall als gar kein Fleisch

Bei all dem „Mehr an Tierwohl“, welches der Aktivstall für Schweine bietet, ist es nicht verwunderlich, dass wir beim Bekanntwerden dieses Konzepts tatkräftig unterstützen. Da wir Genuss ohne Wenn und Aber – vor allem ohne Aber – bieten möchten, haben wir unser Standard-Sortiment vollständig auf das Aktivstall-Schwein umgestellt. So unterstützen wir die Landwirte, die sich dazu entschlossen haben auf mehr Tierwohlhaltung zu setzen, bei der Vermarktung des Schweinefleisches. Gleichzeitig erhalten wir einen wertvollen Rohstoff, den wir mit gutem Gewissen weiterverarbeiten können und der noch dazu erstklassige Fleischqualität und hervorragenden Geschmack liefert. Schließlich wollen wir den Genuss an die Esstische zurückbringen und sind der Meinung, dass das Genießen von Fleisch sowie Tierwohl, artgerechte Haltung, respektvoller Umgang und bekannte Herkunft nur zusammen perfekt funktionieren.

Wer fordert, muss auch kaufen

Dass Kalieber neben dem Bunten Bentheimer Schwein, Galloways und Angus-Rinder aus Weidehaltung auch auf den Aktivstall als Lieferanten setzt, hat einen weiteren Vorteil: Die Verbraucher, die bessere Tierhaltung und ähnliche Veränderungen in der Landwirtschaft fordern, können nun aktiv dieses Konzept unterstützen, indem sie Fleisch, Wurst und Schinken vom Aktivstall-Schwein kaufen – und das online und mit gekühltem Frischeversand bis vor die Haustür. Denn nur, wenn die Lebensmittel auch gekauft werden, können die Landwirte, die dieses Konzept bereits mit viel Herzblut umsetzen, auch davon leben. Dass es das Aktivstallkonzept für den Verbraucher dabei nicht zum Nulltarif gibt, dürfte klar sein!