Aktivstall - Innovatives Stallkonzept

Familie Mörixmann aus dem niedersächsischen Melle bei Osnabrück führt seit 2013 ein innovatives Stallkonzept für die Schweinehaltung und ist damit zum Vorreiter und Ideengeber für viele Landwirte geworden. Sie bieten ihren Schweinen einen bewegungsfreundlichen Stall, einen sogenannten Aktivstall. Die Schweine haben hier doppelt so viel Platz als es im konventionellen Haltungssystem üblich ist. Durch den Umbau eines Altgebäudes sind den tierischen Bewohnern jede Menge Auslauf und Beschäftigungsmöglichkeiten geboten.

Aktive Schweinehaltung

Im Aktivstall Mörixmann können verschiedene Stallbereiche und Räume spielerisch erkundet werden. Offene Ein- und Ausgänge zu den verschiedenen Stallbereichen machen es möglich. Dabei wird der Aktivstall für Schweine ständig erweitert. Die Fertigstellung des neusten Umbaus naht: Dann wird der gesamte Stall in drei einzelne Aktivställe unterteilt, in denen es jeweils fünf Räume zu erkunden gibt.

Die Idee hinter dem Ganzen: Durch viel freie Bewegung gesunde und glückliche Schweine für die Schlachtung heranzuziehen. In dem Maststall leben momentan zeitgleich ca. 875 Tiere, wovon jedes Tier rund 4 Monate dort verbringt. Die Ferkel erhält Familie Mörixmann übrigens über die EGO (Erzeugergemeinschaft Osnabrück) aus einem nur 20 Minuten entfernten Sauenbetrieb im Osnabrücker Land.

Das Leben im Aktivstall Mörixmann

Der Aktivstall ist eine Wohlfühloase für die kleinen Ferkel, die im Laufe der Zeit zu gesunden und kräftigen Schweinen heranwachsen. Sie werden mit einem Gewicht von 28 kg eingestallt und anschließend gemästet.

Dank der täglichen Bewegung haben die Schweine ordentlich Appetit! Sowohl der Außen- als auch der Innenbereich des Stalls bietet den Tieren reichlich Auslauf und Spielmöglichkeiten.

Keine Langeweile

Auf einer Fläche von insgesamt knapp 700 qm pro Aktivstall können sie nach Herzenslust toben, erkunden, sich bewegen und sich vermischen. Die verschiedenen Stallbereiche bieten den Schweinen unter anderem ein Bällebad mit zwei Schweineduschen, Wühlbereiche und einen Auslauf auf die Terrasse. In fast allen Bereichen dienen Ketten, Scheuerbalken, Weichhölzer, Einstreu und Wasserspiele als Beschäftigung für den Tag. Langeweile kommt im Aktivstall von Familie Mörixmann nicht auf!

Fressen, Ausruhen, Wohlfühlen

Spielen macht hungrig! Mit den beiden großzügig ausgestatteten und frei zugänglichen Fressbereichen wird dafür gesorgt, dass die Tiere ihre Futterstellen gut erreichen und es sich richtig schmecken lassen können. Hier bekommen sie in Trögen und Heuraufen Trockenfutter, Raufutter (Maissilage+Heu), Lecksteine und anderes organisches Beschäftigungsmaterial serviert. Ihren Durst stillen sie an verschiedenen Tränken wie Nippeltränken, Tränkebecken und offenen Tränkestellen.

Dank der abgetrennten Ruhebereiche haben die Schweine die Möglichkeit, sich je nach Bedarf zurückzuziehen und zu ruhen. Dabei haben sie die Wahl zwischen einem hellen Bereich mit viel Lichtfläche und einem dunkleren Bereich. Auch an warmen Sommertagen ist für das körperliche Wohlbefinden und den Kreislauf der Schweine gesorgt: Eine Kühlvernebelung bietet ihnen eine willkommene Abkühlung von der Hitze. Abgetrennt vom Rest des Stalls gibt es zudem einen Pflege- und Nachmastraum, in dem erkrankte Tiere Ruhe und besondere Pflege finden.

Tierwohl im Aktivstall Mörixmann

Die innovative Stallaufteilung sowie die vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten gewährleisten ein Maximum an tierischem Wohlgefühl! Die Tiere strotzen vor Gesundheit und fühlen sich sichtlich wohl. Ein Großteil der Räumlichkeiten ist mit eingestreuten Liege- und Spielflächen ausgestattet. Diese Stallbereiche werden täglich gemistet und frisch eingestreut. Die beiden Schweineduschen sorgen täglich eine Stunde lang dafür, dass die Stallbewohner sich sauwohl fühlen und erfrischt sind.

Aktivstall als Schweineparadies

Die Schweine verbringen rund 115 Tage in dem Schweineparadies, bevor sie das erste Mal in den Schleusen gewogen werden. Tiere, die das Mindestgewicht für die Schlachtung erreicht haben, werden in den hinteren Stallbereich aussortiert und über eine Rampe verladen. Von dort treten sie die Fahrt zum familiengeführten Schlachthof Brand an, in dem weit über den Standard hinaus übliche Arbeits- und Schlachtbedingungen gelten. Abgesehen davon ist es auch möglich, sich ein Schwein für die private Schlachtung auszuwählen. Auch Stallführungen sind bei Familie Mörixmann und ihren Schweinen gern gesehen.